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1971 – Neue Materialien, neue Trends.

In den 70er Jahren beginnt ganz allmählich das Zeitalter der technischen Bekleidung. Neue Materialien, neue Beschichtungsverfahren, neue Trends bestimmen die Textilwirtschaft Ende der 70er Jahre. Auch Hubert Schöffel sucht nach Alternativen.
Umso größer ist der Schock im Herbst 1979. Eine großflächige Anzeige verkündet: "Gore-Tex® - die Revolution im Anorak." Als "Donnerschlag, der uns ins Mark traf" wertet Hubert Schöffel noch Jahre später dieses Erlebnis. Schweißen statt Nähen lautet jetzt die Devise und Schöffel passt sich an.
Doch die Revolution frisst beinahe ihre Kinder. Wegen technischer Mängel häufen sich die Reklamationen bei Gore-Tex® und 1981 scheint dieses Kapitel beendet. Zwar sind die Anlaufschwierigkeiten des Produkts inzwischen behoben, doch der Markt glaubt nicht mehr an einen Neustart. Gore-Tex® verschwindet wieder aus den Kollektionen.
Nur zwei Männer glauben noch an einen möglichen Erfolg: Thorger Hübner, Entwicklungschef von Gore, und Hubert Schöffel. Letzterer ist 1983 fast der Einzige, der sich noch weiterhin mit dem Produkt beschäftigt.

Diese Alleinstellung wird als große Chance betrachtet, ist allerdings auch mit enormen Risiko behaftet. Schöffel und Gore gehen jedoch aufs Ganze und setzen gemeinsam eine als richtig erkannte Vision um. Um bei einer bevorstehenden Werbekampagne durch Gore auch ausreichend Ware bereitzustellen, ordert Schöffel Schweißkapazitäten für 24.000 Jacken - wohlgemerkt, ohne ein Stück in den Auftragsbüchern zu haben. Der Start erfolgt zweigleisig: Eine kleine Versuchsserie mit dem Berganorak "Tibet" entsteht, Sport Schuster in München bestellt 70 Anoraks, Gore schaltet eine ganzseitige Tageszeitungsanzeige. Bereits am Mittag des Erscheinungstages sind alle Anoraks verkauft. Tausende werden in den nächsten Monaten folgen. Der Siegeszug von Gore-Tex® und Schöffel hat begonnen. Dem Einführungserfolg des Jahres 1983 folgen Jahre des Booms.