Rund vier Jahre lang wird das Geschäft notdürftig im Rückgebäude der Fuggerstraße 13 betrieben. 1950 ist das Geschäftshaus in der Fuggerstraße 6 endlich wieder erbaut.
Gleichzeitig bertritt eine neue Generation die Bühne: Nachdem Ludwig Schöffel, der designierte Firmenchef in Russland gefallen ist, übernimmt sein jüngerer Bruder Hubert, Jahrgang 1930 seinen Platz. Ende der 50er Jahre geht er schon bald eigene Wege und vermeidet dabei keinen Konflikt. Gemeinsam mit seiner Braut Lydia Holdenried und anfangs gegen vehementen väterlichen Widerstand setzt der damals 28-Jährige einen ehrgeizigen Plan um:
Auf dem Grundstück Fuggerstraße 13 lässt er ein neues, modernes Bekleidungshaus bauen. 1960 wird es eröffnet und Lydia Schöffel, die 1999 stirbt, leitet es über Jahrzehnte umsichtig und geschickt.
Doch kaum ist diese Hürde (Hubert Schöffel: "Das größte Risiko meines Lebens") erfolgreich gemeistert, strebt der junge Schöffel, Kaufmann in sechster Generation, nach neuen Ufern und denkt in größeren Dimensionen. Die Chance liegt so nah. 1961, dem Geburtsjahr von Sohn Peter, bleibt eine Lederhosenfabrik in Schwabmünchen auf der Strecke. Hubert Schöffel zögert nicht lange und betritt Neuland. Im September 1961 rattern drei Nähmaschinen unter der Leitung eines halbtags anreisenden Schneidermeisters. Straßenhosen sind nun das zweite Standbein der Schöffels. Zum Wagemut gesellt sich Glück. Ein neuer technischer Leiter und ein engagierter Vertreter geben wichtige Impulse. Schon bald fertigen 40 Mitarbeiter Herren- und Kinderhosen. Eine neue Ära hat begonnen.